Studium Auckland - Studieren in Auckland - Auslandsstudium in Neuseeland

Auslandsstudium in Neuseeland

Auckland University of Technology - Universität in Auckland
.: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Auslandsstudium in Neuseeland :.

 
Institut Ranke-Heinemann

?>
 

Erfahrungsberichte - Auckland University of Technology / Neuseeland


Jeannine Teichert: Communication [2/2009 - 7/2009]
Susanne Wächter: Communication Studies [3/2008 - 3/2009]
Karoline Bonk: Lehramt (Deutsch/Englisch) [7/2008 - 11/2008]
Michael Krug: Elektrotechnik [6/2007 - 12/2007]
Mathias Lesche: Computer and Information Science [7/2006 - 3/2007]

Erfahrungsbericht - Jeannine Teichert



Mein spannendes Auslandssemester in Neuseeland

Wie ihr sicherlich schon von anderen Berichten wisst, ist Auckland keinesfalls „typisch neuseeländisch“. Die mit Abstand größte Stadt des Landes hat eine sehr multikulturelle Bevölkerung, viele Backpacker, internationale Studenten, Work & Traveller und sehr viele Asiaten, verglichen mit anderen Städten in Neuseeland. Zudem ist das Stadtbild von Hochhäusern mit internationalen Firmen und Hotels geprägt. Die Skyline sieht man bei Nacht sehr gut, wenn man mit der Fähre von Devenport, einem Vorort im Norden Aucklands, oder einer der Inseln (Waiheke, Rangitoto) zurückkommt.

Dennoch ist Auckland eine super schöne Stadt zum Leben, womit ich gleich zur Wohnungssuche komme. Die AUT bietet internationalen Studenten und Erstsemestern die Möglichkeit ins Wohnheim zu ziehen, was ca. NZ$170 pro Woche kostet, exkl. Internet, was jeder selber beantragen muss bzw. die 4- 5 Bewohner eines Appartements sich einen Anschluss teilen. Das City Wohnheim, genannt Wellesley Appartement, ist sehr zentral in der Mount Street und wirklich direkt neben den verschieden Uni Gebäuden. Am North Shore, dem anderen Campus der Uni gibt es die Akoranga Student Appartements, die ich selber nie gesehen habe, aber wohl ähnlich ausschauen. Der Vorteil von diesen Wohnheimen liegt klar darin, dass die Uni sie bereit stellt und ihr euch die Wohnungssuche erspart. Es gab unzählige Partys im Wellesley und man kommt sehr schnell mit allen Bewohnern in Kontakt, da viele Internationals dort eingezogen sind, also für den Anfang in Auckland eigentlich optimal.

Ich hab mich allerdings dagegen entschieden, da es mir zu teuer war und ich mir eine WG suchen wollte anstatt ins Wohnheim zu ziehen. Das ging dann auch schneller als erwartet, am Tag meiner Ankunft hab ich auf www.trademe.co.nz gleich nach WGs geschaut, die fast alle eine SMS-Anfrage zur Besichtigung erwarteten. Es gibt z.B. bei Vodafone NZ Angebote, mit denen man ein Paket mit 2000 SMS pro Monat sehr günstig bekommt, weshalb jeder fast ausschließlich SMS schreibt anstatt anzurufen. Genau das habe ich dann auch getan für 4 WGs, die ich mir alle am nächsten Tag angeschaut hab und mich dann für eine davon entschied. Anders als in Deutschland, gibt es in Neuseeland keine „WG-Castings“, der erste der sich für ein Zimmer entscheidet darf einziehen. Ich habe sehr zentral gewohnt, auf der Hobson Street, was mich ca. NZ$155 pro Woche gekostet hat. Meine WG war eine Appartement Wohnung mit sehr kleinen Zimmern, ca. 6m²; dafür hat der Ausblick auf den Skytower und die Harbour Bridge von unserem Wohnzimmer aus entschädigt.

Andere Stadtteile in denen man noch zentral und gut wohnen kann sind Parnell, Grafton und Ponsonby, die sich alle ab ca. NZ$140-160 pro Woche belaufen, wenn man ein Zimmer mit Fenster möchte, in einer halbwegs sauberen Wohnung.

Die Uni ist sehr neu, modern und gut ausgestattet. Die AUT umfasst viele verschieden Gebäude, die jedoch in unmittelbarer Nähe zu einander liegen, um die Queen Street und Umgebung herum, mit Ausnahme des North Shore, welcher einen eigenen Campus hat. Je nach dem was ihr studiert, habt ihr eure Veranstaltungen entweder in der Stadt oder eben am North Shore.

Ich habe am Communication Department studiert, welches sich im AUT Tower befindet, direkt an der Queen Street. Für die Postgraduate Studenten gibt es dort 2 kleinere Computerräume mit Code gesicherter Türe, damit man ungestört arbeiten kann bzw. seine Thesis oder Masterarbeit dort schreiben kann. Zusätzlich können Postgrad Studenten umsonst drucken, alle anderen können Drucker und Kopierer günstig in der Bibliothek nutzen.

Aller Anfang ist schwer, deshalb gab es viele Einführungsveranstaltungen in der Orientation- week, teils von den einzelnen Instituten zum Studium an sich, in denen Dozenten und Personal vorgestellt wurden, teils zur Nutzung der Bibliothek, Führungen durch den Unikomplex, Postgraduate Introduction, International Students uvm. Es ist sinnvoll diese zu besuchen, da man erste Kontakte zu anderen Studenten bekommt und viele Informationen über das Studium und die Abläufe vor Ort. Das International Office kümmert sich um alle Probleme die ihr haben könntet, wenn irgendwas ist, einfach eine Email schicken oder gleich hin gehen, die sind sehr hilfsbereit und lösen eigentlich alles.

Die internationalen Studenten (Internationals) waren sehr gemischt, wobei ein großer Anteil sich auf Amerikaner und Deutsche belief, aber auch sehr viele andere Nationalitäten dabei waren. Keine Sorge, es gibt ebenso viele Kiwis (Neuseeländer) die dort studieren und die man sehr schnell kennen lernt. Je nach Studienfach variiert wohl der Anteil der ausländischen und einheimischen Studenten, wie ich von einigen Kommilitonen erfahren habe. In meinen Journalismuskursen war ich die einzige Deutsche Studentin, was auch sehr spannend war und natürlich super um Kiwis kennen zu lernen.

Die Kurse erstreckten sich in meinem Fall auf zwei Journalismuskurse, einen Kurs zu neuen Medien und einen zu Research Methods. Alle waren sehr arbeitsintensiv und anspruchsvoll, was zum einen daran lag, dass es Postgrad Kurse auf Master-Niveau waren und zum anderen daran, dass gerade von Communication Studenten viel Recherche und Schreibarbeit verlangt wird. Generell sind in den Kursen jeweils 3 Essays zu schreiben, im Umfang von 2500- 5000 Wörter, die während des Semester abgeben werden. Je nach Kurs gibt es auch einige Präsentationen zu halten, in Gruppenarbeit oder einzeln. Die Fristen sind meist zeitlich eng begrenzt und überschneiden sich mit anderen Kursen, jedoch sind die Dozenten frei gestellt Verlängerungen der Abgabefristen zu geben, was sie auch gerne und regelmäßig tun, wenn man darum bittet. Anders als in Deutschland, gab es viele Erzählungen und Tipps von den Dozenten und einige guest-speaker, die sehr viel über ihre Arbeit als Journalisten bei verschieden neuseeländischen Medien erzählen konnten und einen guten Einblick gaben.

Im Unterschied zu deutschen Unis, spricht man die Professoren alle mit Vornamen an und ebenso wenn man über diese mit Personal am Institut spricht. Man gewöhnt sich jedoch schnell an die lockere Atmosphäre in den Kursen, in denen viel diskutiert wird und man sich auch gut selbst einbringen kann und soll. Bei Fragen und Problemen, stehen die Dozenten per Email und auch persönlich gerne zur Verfügung. Es ist vielleicht für manch einen um einiges persönlicher, als Studieren in Deutschland, die Dozenten sind wahnsinnig offen und zugänglich gegenüber den Studenten. Die Kurse sind auch eher klein, wenn man Deutsche Universitäten gewöhnt ist, in meinem Fall belief sich die Anzahl der Studenten zwischen 10 und 35. Bei Postgrad Communication gab es keine Prüfungen am Ende des Semesters, weshalb wir ein wenig eher fertig waren mit dem Semester, als andere Institute.

Das Leben an sich ist sehr angenehm in Auckland und vergleichbar mit vielen „kleineren Großstädten“ in Europa. Das Stadtzentrum ist gut zu Fuß zu durchqueren, wie auch der Hafen. Viele Bars, Clubs, Restaurants finden sich am Hafen, die eher schick sind Version, oder auf der K’road, die Alternative. Auch Downtown gibt’s einiges, z.B. das Globe, bekannt unter Backpackern aber auch viele Kiwis sind dort zu finden, wenn man sich mit Pop, HipHop und R’n’B Musik anfreunden kann. Genauso wie in anderen Städten gibt es viele Shoppingmöglichkeiten auf der Hauptstraße, der Queen Street, Fitness Studios, schöne grüne Parks überall in der Stadt und auch eine Art Gallery, das Auckland Museum, ein Theater/Musical, Kinos…alles was man zum Leben in der Stadt braucht. Gefeiert wird gut und gerne, mit den Internationals sowieso, vor allem viel in den Wohnheimen, aber auch die Kiwis sind ausgehfreudig und trinkfest. In der Vector Arena finden regelmäßig Konzerte von internationalen Bands statt, Black Eyed Peas treten wohl Ende des Jahres auf.

Maoris, die so genannten native Neuseeländer sieht man auch überall in Auckland, weniger jedoch je weiter südlich man reist. Durch die Uni und das ISSS (International Student Support Service) wird ein Noho Marae Wochenende organisiert, meldet euch auf jeden Fall an wenn ihr könnt! Die bei der AUT arbeitenden Maoris und befreundete Familien nehmen zum Semsterstart Internationals im Uni Marae auf und erzählen viel über ihre Kultur, bringen euch den Haka und Poi bei (traditionelle Tänze), machen viele Spiele und bringen einem traditionelle Maori Kultur näher. Zudem lernt man gleich zu Beginn die anderen Internationals kennen. Ich hab selten so herzliche Menschen kennen gelernt, die sich viel Zeit nehmen und das ganze Semester über mit den Internationals feiern, Spaß haben und euch dabei helfen sich sehr schnell in Neuseeland einzuleben.

Reisen in Neuseeland ist ein absolutes must do! Auckland bietet vieles in unmittelbarer Umgebung, was man nicht verpassen sollte sind z.B. die unzähligen Vulkankrater und Hügel, die nicht mehr aktiv sind, darunter One Tree Hill, Mount Eden, Rangitoto und Mount Victoria. Alle bieten einen unterschiedlichen Blick auf Auckland City und sind an sich einfach sehenswert. Die Südinsel ist nicht umsonst die bei Touristen beliebtere, weil sie wesentlich mehr Abwechslung bietet. Von Wüste über Berge und Gletscher, unglaubliche An- und Ausblicke und Gesteinsformationen, Delphine, Wale, Kiwis uvm. Zeit habt ihr dafür während der 2-wöchigen Mid-Semester break und nach dem Semester. Viele kommen auch eher an und reisen vor dem eigentlichen Start des Semesters. Empfehlenswert für Adrenalin Junkies ist Bungee Jumping, Skydiving oder White Water Rafting, wo ihr mehr Auswahl auf der Südinsel habt.

Die Lebenshaltungskosten sind relativ ähnlich den deutschen Verhältnissen, wenn man den Umrechnungskurs berücksichtig. Gutes Sushi ist super günstig, pro Stück ab NZ$1, es gibt viele Kaffee Ketten in der Stadt, die eigentlich alle ganz gut sind.

Was sonst noch interessant sein könnte, die Strände sind nicht weit weg von der Stadt, z.B. Mission Bay, Devenport oder Takapuna und alle kleineren Orte am North Shore. Etwas weiter weg gibt es Raglan zum Surfen, oder Coromandel zum Relaxen. Neuseeland entdeckt man am besten mit dem Auto, weil vieles mit dem Bus nicht zu erreichen ist, besonders auf der Südinsel. Auch wenn Linksverkehr erstmal gewöhnungsbedürftig ist, geht die Umgewöhnung schnell, da auch außerhalb von Auckland nicht wirklich viele Autos unterwegs sind. Einen Internationalen Führerschein braucht man nur bedingt, ich hab nur meinen Deutschen gehabt und es hat immer ausgereicht, allerdings hatten wenige Freunde von mir Probleme, ein Auto zu mieten wenn sie keinen internationalen Führerschein hatten. Im Falle des Falles, es gibt wirklich viele Autovermietungen, die auf Touristen ausgerichtet/ angewiesen sind, geht einfach zur nächsten und fragt dort nach. Die Preisen unterscheiden sich auch nicht wirklich erheblich, allerdings hat ‚Juicy’ manchmal besondere „deals“ wenn man länger unterwegs ist/ früh bucht. Ein Auto kaufen lohnt sich wenn man länger dort ist, ist auch nicht zu teuer und man bekommt es schnell wieder los, je nach Marktsituation.

Telefonieren nach Deutschland vom NZ Handy aus ist auch recht billig, für NZ$10 kann man sich internationale Telefonkarten kaufen, falls eure Internetverbindung so schlecht ist, dass Skype nicht funktioniert, und damit einige Stunden aufs Festnetz in Deutschland anrufen.

Ihr gewöhnt euch schnell an den Kiwi slang, jeden Satz mit „aye“ (so wie „ne?!" in Deutsch) zu beenden, die lange Betonung der „a“ und „e“ in Wörtern was für viele erst mal ungewohnt lustig klingt und viele andere Wörter wie „mate“, „chur bro“, „choice bro“ lernt man doch recht schnell zu übernehmen ;)

Ein Auslandssemester ist einfach immer eine tolle neue Erfahrung. Auch wenn es einem umso schwerer fällt nach so kurzer Zeit wieder nach Hause zu fliegen und damit ein Kapitel abzuschließen, lohnt es sich dennoch diesen Schritt zu gehen.


Seitenanfang - Auslandsstudium in Neuseeland - Auckland University of Technology

Erfahrungsbericht - Susanne Wächter



Für mich stand relativ schnell fest, dass ich im Anschluss an meinen Bachelor einen Master im Ausland machen möchte. Nun blieb die Frage wohin es denn gehen sollte. Nach einigem Überlegen habe ich mich dann für Neuseeland entschieden. Zum einen, weil ich bereits viel darüber gelesen hatte und die Bilder in den Bildbänden einfach zu traumhaft waren und zum anderen, weil an der Auckland University of Technology (AUT) ein Master of Arts in Communication Studies mit einer breiten Seminarauswahl angeboten wird. Mittlerweile bin ich bereits eineinhalb Jahre hier und habe daher einen relativ guten Einblick erhalten.

Neuseeland:
Zunächst einmal, die Bilder in den meisten Büchern übertreiben nicht im Geringsten. Die Natur ist einfach traumhaft und man kann eine Menge unternehmen. Angeboten wird vieles. Unter anderem die bekannten Fun-aktivitäten, wie Bungee, Fallschirmspringen, Water-rafting und eine Menge mehr. In den meisten Unterkünften finden sich auch zahlreiche Prospekte. Nun, selbst nach eineinhalb Jahren habe ich noch viele Punkte auf meiner To-do-Liste abzuarbeiten, aber was ich bisher gemacht habe, hat sich in jedem Fall gelohnt. Der Tongariro Crossing auf der Nordinsel zum Beispiel ist zwar anstrengend für einen ungeübten Wanderer wie mich, aber die Erfahrung mal in einem Vulkankrater zu stehen, ist es allemal wert. Aber auch zahlreiche andere Wanderwege wie beispielsweise der Te Henga Walkway (direkt an der Küste entlang) in der Nähe von Auckland bieten viel Entspannung, Natur pur und Neuseeland von der besten Seite und ist auch für den schmalen Geldbeutel sehr empfehlenswert.
Die Südinsel ist natürlich auch unbedingt sehenswert. Hier sei beispielsweise die Überfahrt von Wellington nach Picton mit der Fähre erwähnt, aber auch Städte wie Dunedin (ein Besuch in der Cadbury-Schokoladenfabrik ist ein Muss) oder die Überquerung der Southern Alps. Ein besonderes Erlebnis ist es mit dem Motorrad Neuseeland zu erkunden. Die Straßen sind ein Traum für jeden Motorradfan. Was jedoch nicht unterschätzt werden darf, ist die Fahrtzeit. Es gibt lediglich Landstraßen und keine Autobahnen, was zum einen natürlich schöner ist um die Gegend zu bewundern, zum anderen jedoch, dauert es länger von A nach B zu kommen.
Wer relativ günstig und schnell in Neuseeland reisen möchte, für den lohnt es sich auf Sonderangebote von Air New Zealand zu achten. Unter www.grabaseat.co.nz sind manchmal gute Angebote zu finden. Eine weitere Airline ist Jetstar. Da ich damit aber noch nicht geflogen bin, kann ich auch nicht sagen wie günstig oder gut sie sind.

Auckland:
Das Stadtbild von Auckland ist stark durch die verschiedenen Kulturen der Menschen geprägt. Ich wohne im Westen von Auckland, also etwas weiter außerhalb (in Henderson). Für mich war es wichtig möglichst nah an der Stadt aber dennoch halbwegs im Grünen zu wohnen. Wer etwas weiter außerhalb wohnt, sollte schon überlegen sich ein Auto anzuschaffen. Es fahren zwar Busse, aber man muss sich schon gut darauf einstellen können, denn des Öfteren stand ich schon vergebens an der Haltestelle, weil der Bus entweder zu früh kam (und ich noch nicht da war) oder erst gar nicht erschien. Wer das pure Partyleben vorzieht, sollte sich direkt im CBD einquartieren. Das Leben in WGs („flatting“) ist hier nicht nur bei Studenten sehr beliebt. Generell sind die Mieten in Auckland im neuseeländischen Vergleich relativ hoch. Jedoch hängt es auch davon ab in welchem Stadtteil man wohnt. Wer Wohnungen und andere Dinge sucht, sollte sich auf www.trademe.co.nz umschauen, eine Art neuseeländisches Ebay (es gibt auch noch zahlreiche andere Webseiten für die Wohnungssuche). Die Mieten werden hier, im Gegensatz zu Deutschland, pro Woche angegeben. Wer ein Auto ersteigern will, dem sei www.turners.co.nz empfohlen. Hierüber habe ich mein Auto gefunden. Jedoch sei angemerkt, dass man die Autos vorher nur begrenzt Probe fahren kann und man auch eine Art Transaktionsgebühr zahlen muss. Ich habe Glück gehabt, auch nach eineinhalb Jahren fährt mein Auto noch.

Leben:
Das Leben in Kiwiland ist generell sehr relaxt. Die Menschen sind freundlich und auch noch an einem Freitagnachmittag lächelt einen die Bankangestellte noch an. Auch habe ich größtenteils nur sehr hilfsbereite Kiwis kennengelernt. Der Kiwiakzent mag vielleicht am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, man gewöhnt sich aber auch daran. Von den Preisen für Lebensmittel etc. her gesehen ist das Leben in Auckland in etwa vergleichbar mit Deutschland. Obst und Gemüse ist ein wenig billiger, was jedoch auch saisonabhängig ist. Oft lohnt es sich in den umgebenen Obst- und Gemüseläden zu schauen, denn hier lassen sich häufig Sonderangebote finden. Kosmetikartikel (Creme, etc.) sind oftmals teurer, besonders in den Pharmacies (hier werden nicht nur Medikamente verkauft). Bars, Cafés und andere kulturelle Angebote sind in den größeren Städten überall zu finden. Mein persönlicher Favorit ist hier Wellington. Diese Stadt hat für meine Begriffe ein ganz eigenes Flair und man kann eine Menge unternehmen.

Studieren:
Ich studiere an der Auckland University of Technology (AUT) und absolviere das Masterprogramm in Communication Studies. Speziell bezogen auf diesen Studiengang kann ich sagen, dass das Seminarangebot sehr vielseitig ist. Von Journalismus über PR, Organisationskommunikation bis hin zu Digital Media sind Seminare vorhanden. Im ersten Jahr des Masterprogramms werden ausschließlich Seminare besucht und im zweiten Jahr wird dann die Thesis angefertigt. Zu den Seminaren lässt sich sagen, dass das Arbeitsvolumen relativ hoch ist. Pro Seminar (15 Points oder 30 Points) müssen Projekte oder im Durchschnitt 3 Hausarbeiten pro Semester angefertigt werden. Wenn man vier Seminare hat, kann das schon leicht stressig werden. Aber es ist zu schaffen und der Vorteil ist, dass man dann in den großen Semesterferien frei ist. Generell gibt es Ferien einmal direkt im Semester und jeweils zwischen den Semestern, wobei von Mitte November bis Anfang März die großen Sommerferien sind. Das akademische Jahr beginnt meistens Anfang März. Was ich auch gut fand ist, dass die Möglichkeit besteht auch Kurse anderer Fakultäten zu besuchen. So habe ich beispielsweise an einem Seminar der Business Faculty teilgenommen, was wirklich sehr interessant war. Die Betreuung der Studenten ist hier wirklich sehr gut. Nach meiner Erfahrung waren die meisten Dozenten immer hilfsbereit und freundlich. Es wird sich hier mit Vornamen angesprochen und generell ist es sehr locker. Je nach Seminar habe ich Klassen mit 5 Studenten oder mit 20 Studenten erlebt. Das Phänomen „Massenuni“ hab ich hier nicht zu spüren bekommen.

Als Fazit kann ich sagen, dass sich mein Aufenthalt hier in Neuseeland auf jeden Fall gelohnt hat. Man lernt eine Menge interessanter Menschen und auch interessante Kulturen kennen, denn die Kiwikultur ist besonders durch Vielfältigkeit gekennzeichnet. Erleben lässt sich immer etwas und ich möchte die gemachten Erfahrungen auf keinen Fall missen.


Seitenanfang - Auslandsstudium in Neuseeland - Auckland University of Technology

Erfahrungsbericht - Karoline Bonk



ERFAHRUNGSBERICHT MEINES AUSLANDSSEMESTERS AN DER AUT, NEUSEELAND

Meine vier Monate in Auckland habe ich sehr genossen, doch soll dieser Erfahrungsbericht zukünftigen Studierenden vor allem einen kritischen Einblick in das Auslandsstudium gewähren.

Das Leben in Auckland kann mit dem in vielen europäischen Großstädten verglichen werden. Allerdings hat mir die kulturelle Seite etwas gefehlt, für Theater- und Kunstbegeisterte hat die Stadt meiner Ansicht nach relativ wenig zu bieten. Das Nachtleben kann sich jedoch sehen lassen, vor allem die Bars und Club im Szeneviertel K’Road (Karangahape Road) oder auch in Ponsonby sind sehr zu empfehlen. In Auckland lässt es sich auch gut Shoppen (Newmarket, Queenstreet oder Ponsonby) oder am Wochenende gemütlich über den French Market in Parnell schlendern und anschließend in einem der vielen Cafes einkehren. Sportbegeisterte können sich günstig im Uni Fitnesscenter auspowern oder in der Domain joggen gehen. Tagestouren können auch gut von hier aus gemacht werden. Meine persönlichen Highlights waren: Great Barrier Island, Waiheke Island und Goat Island Marine Reserve.

Der wohl größte Unterschied zum Unileben in Deutschland ist, dass sich der Stress nicht wie bei uns am Ende des Semesters auftürmt, sondern dass man kontinuierlich über das Semester Aufgaben einreichen muss. Ich finde diese Lösung viel besser und konnte mich sehr schnell daran gewöhnen. In Neuseeland klopft man übrigens auch nicht wie bei uns nach einer Vorlesung. Im Ganzen läuft alles sehr viel lockerer ab als bei uns. Ich wurde in Deutschland schon oft wie ein Schwerverbrecher behandelt, wenn ich zwei Tage zu spät ein Buch in die Bibliothek brachte. Als ich hier nach zweitägiger Verspätung mein Portemonnaie herausholen wollte, winkte der freundliche Mitarbeiter nur ab und meinte, es sind doch nur zwei Tage, ich bräuchte nichts zu zahlen. Auch was die Abgabetermine von Hausarbeiten angeht, nimmt man es hierzulande nicht so genau. Trotzdem sollte man versuchen, alles rechtzeitig zu erledigen und bei etwaiger Verspätung eine Email an den Dozenten schreiben. Die Größe von Seminaren und Vorlesungen ist natürlich immer abhängig vom Studiengang, tendenziell sind die Veranstaltungen jedoch kleiner als bei uns.

Der Kiwi Lifestyle ist wie schon erwähnt, sehr gelassen und man gewöhnt sich schnell an die relaxte Lebensweise und weiß, „es wird schon werden“. Die Kiwis sind insgesamt sehr hilfsbereit, offen und immer bereit zu feiern (gerne lange und ausgelassen). Allerdings kann Auckland nicht als Beispiel des Kiwi Lifestyles angesehen werden. Nach meiner Ankunft hatte ich die erste Zeit das Gefühl in Hongkong oder Shanghai gelandet zu sein, das Stadtbild ist eindeutig von Asiaten geprägt. Demzufolge gibt es für Sushi- oder Thaifood-Fanatiker auch viele leckere und günstige Möglichkeiten zum Essen. Doch nicht nur die vielen Asiaten, sondern auch Aucklands Größe und die damit verbundene Geschäftigkeit sind eher untypisch für Neuseeland sonst eher Ruhe und Naturbelassenheit.

Kulturelle Unterschiede gibt es eigentlich kaum welche. Ich würde Neuseeland als sehr europäisch bezeichnen. Anfänglich müssen wir Deutschen uns vielleicht an das ständige „How are you?“ gewöhnen, was keine Frage nach der tatsächlichen Befindlichkeit, sondern vielmehr eine Begrüßungsfloskel ist. Wie oben schon erwähnt, sind die Neuseeländer ein sehr feierfreudiges Volk und manche Zusammenkünfte enden in regelrechten Besäufnissen. Das gilt leider nicht nur für die Studenten, sondern auch ältere Generationen trinken gerne mal einen über den Durst.

Die Ausstattung der Uni ist vergleichbar mit deutschen Hochschulen, wobei die zwei Bibliotheken sehr modern sind und jede Menge Computer haben. Das Internet in der Bibliothek ist übrigens sehr günstig. Auch stehen zahlreiche Gruppenarbeitsräume zur Verfügung, diese muss man allerdings im Voraus buchen. Die Lage der Uni ist sehr zentral wenn man am Hauptcampus studiert. Dieser befindet sich unmittelbar an der Queenstreet, Aucklands größter Shoppingmeile. Der andere Campus (Akoranga) liegt etwa weiter außerhalb, ist aber mit dem AUT Shuttlebus zu erreichen. Tickets gibt’s in Bennet’s Bookshop auf dem Campus zu kaufen. Eine Fahrt kostet $2 und dauert ca. 15 Minuten.

Das akademische Angebot ist natürlich abhängig vom Studiengang. Ich als Lehramtstudentin mit den Fächern Deutsch und Englisch hatte eine eher geringe Auswahl, da hier vor allem Waldorf und Montessori Pädagogik angeboten wird. Aus diesem Grunde habe ich größtenteils Englischkurse studiert und muss sagen, dass in den von mir belegten Kursen das Niveau sehr niedrig war. Viele der Studierenden konnten nur gebrochen Englisch sprechen, so dass Diskussionen kaum zu Stande kamen und man viel zu viel Zeit mit den einfachsten Dingen verbrachte.

Am Campusleben könnten sich deutsche Unis ein Beispiel nehmen! Vespas, die Bar direkt auf dem Campus veranstaltet regelmäßig Konzerte (The Black Seeds, Katchafire, Concorde of Dawn…), die für AUT Studenten kostenlos sind. Außerdem gibt es hier regelmäßig Veranstaltungen wie Comedy-Abende oder Quiznights die sich immer lohnen. Eine Mensa gibt es zwar nicht, dafür gibt es günstige Take-Away Läden direkt auf dem Campus und in der Umgebung.

Must sees/dos vor Ort werden bei der Einführungsveranstaltung verkündet und können dort auch gleich gebucht werden. Beliebt sind Bungeejumping und ein Maori-Wochenende.

Die Wohnungssuche in Auckland ist einfacher als in vielen deutschen Großstädten. Wer sich nicht stressen möchte und zentral wohnen will, kann sich im Studentenwohnheim (Wellesley Student Apartments) einmieten. Die Zimmer sind hier jedoch relativ teuer (ab $170 pro Woche), die Ausstattung ist jedoch gut. Man wohnt in 5er Apartments und teilt sich mit seinen Mitbewohnern eine große Wohnküche. Wer doch nach einer WG oder Wohnung sucht sollte in Vierteln wie Ponsonby, K’Road oder Parnell gucken. Hier ist es echt schön.

Persönliche Erfahrungen habe ich viele gemacht und ich würde jedem ein Auslandssemester empfehlen. Ich habe nur festgestellt, dass sich der Großteil der Deutschen zu einer Clique zusammen gefunden hat und habe mich gleich am Anfang davon abgesetzt, da ich es sinnlos finde in ein fremdes Land zu fahren und dann doch mit meinen Landsleuten die meiste Zeit zu verbringen. Vom International Office werden zwar fortwährend Veranstaltungen wie Partys oder Lunches angeboten, ich bin jedoch nie dort hingegangen, da man da eh auf viele Deutsche trifft. Die erste Zeit war ich zwar etwas einsam, aber bald habe ich über meine Kiwi Mitbewohner eine Menge netter Leute kennen gelernt. Wer nach Neuseeland fährt um sein Englisch aufzubessern möchte, dem kann ich nur den gleichen Rat erteilen.


Seitenanfang - Auslandsstudium in Neuseeland - Auckland University of Technology

Erfahrungsbericht - Michael Krug



Auslandsbericht

von Michael Krug der FH Bielefeld

über ein Auslandssemester

in Auckland, Neuseeland


1. Motivation

Schon am Anfang meines Studiums fand ich die Möglichkeit, im Ausland zu studieren, äußerst interessant. Somit kam mir die Wahl zwischen einem Praxissemester oder einem Auslandsemester im siebten Semester sehr gelegen. Ich dachte, ein Auslandsemester zu machen, würde auf jeden Fall meine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und mir zugleich die Möglichkeit bieten, andere Aspekte des Studiums im Ausland kennen zu lernen. Zudem hörte ich von Freunden nur positive Berichte über Auslandssemester. Die Wahl des Auslandes sollte auf jeden Fall eine englischsprachige Region sein, um diese Sprache zu verbessern. Nachdem ich viele Berichte über Neuseeland gelesen und Sendungen gesehen hatte und ich von dem Land und der vielfältigen Natur fasziniert war, stand die Endscheidung fest: Ich wollte nach Neuseeland. Ein großer Vorteil war, dass zwei Freunde von mir ebenfalls ein Auslandssemester machen wollten. Somit haben wir beschlossen, gemeinsam nach Neuseeland zu gehen.


2. Auslandsvorbereitung

Was war also zu tun? Es bestanden so viele Fragen.

Wo kann man überhaupt in Neuseeland studieren?
Was kann ich dort studieren? Welche Fächer gibt es?
Welche Gegend in Neuseeland ist besonders schön?
Was gibt es dort alles zu sehen?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Welcher Englischnachweis wird verlangt?
Wie finanziere ich die gesamte Unternehmung?
Usw.

Die Suche begann, wie so häufig, im Internet. Dort gelangte ich schnell zu dem Ranke-Heinemann-Institut. Dieses Institut gab sehr viele Informationen über den Ablauf preis und hatte sehr viele nützliche Tipps und Links zu diversen Themengebieten. Meine Freunde und ich hatten uns derweil für Auckland, die größte Stadt Neuseelands, entschieden. Die Seite des Ranke-Heinemann-Instituts führte zu den einzelnen Universitäten in Auckland. Es gab dort zwei in Frage kommende Universitäten, bei denen wir uns direkt über das Ranke-Heinemann-Institut mit allen erforderlichen Zeugnissen und Bescheinigungen beworben haben. Zudem gab es dort eine Checkliste aller benötigten Schritte. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Beantragung eines Visums für Neuseeland. Auch dafür stellte die Seite einen Link bereit. Es mussten hierfür unzählige Fragen im Fragebogen beantwortet werden, bevor wir den Antrag zur neuseeländischen Botschaft schicken konnten.

Des Weiteren musste die Finanzierung geklärt werden. Dazu habe ich das Amt für Ausbildungsförderung in Frankfurt (Oder) kontaktiert und meine Finanzen überprüft. Auch ein Gespräch mit meinen Eltern habe ich über das Thema geführt.

Ein wichtiges Thema waren die zu belegenden Fächer an der ausländischen Universität. Es gab eine große Auswahl, jedoch waren nicht alle aufgeführten Kurse belegbar. Wir haben uns für vier Kurse entschieden und in das passende Formular der Hochschule eingetragen und nach über das Ranke-Heinemann Institut nach Auckland geschickt.


3. Abflugvorbereitung

In den letzten Wochen vor dem Abflug wurde es dann etwas knapp mit der Zeit. Ich musste, vom zu besorgenden Koffer an, alle Reiseutensilien auf ihr Gewicht hin überprüfen und nur das Nötigste auswählen, da das zulässige Gesamtgewicht von 20 kg nicht überschritten werden durfte. Zudem musste ich ein Girokonto einrichten, bei dem ich kostenfrei Geld in Neuseeland abheben konnte, meine Wohnung auflösen, meine Eltern instruieren, alle Kontakte zu meinen Eltern umleiten und gleichzeitig meine Studienarbeit zu Ende bringen. Des Weiteren habe ich mich informiert, wie man kostengünstig „nach Hause“ telefonieren könnte. Ich fand eine günstige bis kostenlose Möglichkeit in der Voice-over-IP Technik in Form von Sipgate und Skype. Dann folgte auch schon bald der Abflugtermin, und der sehr lange Flug begann. Der insgesamt 27-stündige Flug von Düsseldorf aus hatte den ersten Zwischenstopp in Dubai. In Dubai waren wir noch frohen Mutes. Bei dem nächsten Halt in Singapur waren wir schon etwas geschafft. Der letzte Stopp in Brisbane war dann schon sehr anstrengend, da wir jedes Mal mit Jacke, Rucksack und Laptoptasche aus dem Flugzeug hinaus und durch eine Kontrolle wieder hinein geführt wurden. Dieser Vorgang zog sich zwischen ein und drei Stunden hin.


4. Ankunft in Auckland

Dann waren wir endlich in Auckland am Flughafen angekommen. Nachdem wir unsere Koffer alle beisammen hatten, steuerten wir das erste Taxi an, das groß genug für unsere drei Koffer war. Es fiel sofort auf, dass sich im Kofferraum eine große Gasflasche befand, die auf einen anderen Antrieb als Benzin schließen ließ. Nach der ersten Frage, wo es denn hin gehen sollte und wir mit der Adresse eines zuvor heraus gesuchten Backpackers antworteten, wollte ich wissen, mit welchem Gas sein Taxi betrieben wurde. Die Antwort des Taxifahrers war: LPG. Wie sich später herausstellte, kein selten benutztes Gas in Neuseeland.

Wir waren also endlich in Auckland angekommen und unser erster Eindruck war, dass Auckland mit seinen vielen Hochhäusern nicht gerade klein war. Die Fahrt führte uns zu dem besagten Backpacker. Wie sich jedoch schnell rausstellte, war es komplett belegt. Auch bei den nächsten zwei Übernachtungsmöglichkeiten hatten wir kein Glück. Unser Taxifahrer hatte Mitleid mit uns Neuankömmlingen und so ging er bei unserem vierten Versuch mit uns zur Anmeldung. Das war unser Glück, denn obwohl es unter normalen Umständen kein freies Zimmer gab, redete er mit der Dame so lange, bis wir doch noch eine Art Notzimmer erhielten. Als wir völlig erledigt und müde unsere Koffer in das Zimmer schleppten, stellte sich heraus, dass das Zimmer gar nicht so schlecht war. Der einzige Haken war, dass wir das Zimmer um 10 Uhr morgens wieder verlassen mussten. Und das verlief entgegen unserer Planung. Unser Plan war es gewesen, die ersten Nächte in einem Backpacker zu verbringen und von dort aus eine geeignete Wohnung für uns drei zu suchen. Wir hatten uns im Vorhinein aus Kostengrüden gegen das zur Universität gehörende Studentenwohnheim entschieden und wollten lieber eine eigene kleine Wohnung suchen. Wir hatten jedoch Glück, dass wir unser Gepäck in einem geschützten Raum lassen konnten, während wir im Internet nach einer Wohnung suchten. Wir steuerten am Vormittag drei Wohnungen in der Innenstadt an und entschieden uns sehr schnell für die erste. Sie lag im 18. Stock eines Hochhauses. Am Nachmittag konnten wir dann endlich sehr erleichtert unsere Wohnung beziehen. Jeder von uns dreien hatte sein eigenes ca. 6 qm „großes“ Zimmer mit Bett, Schreibtisch und Schrank. Des Weiteren hatten wir zusammen ein Bad und eine kleine Kochnische. Alles in Allem konnten wir dort für eine begrenzte Zeit gut leben.


5. Auckland University of Technology (AUT)

Wir hatten unsere Wohnung in der Nähe unserer Universität gesucht, um möglichst schnell dorthin zu gelangen und nicht unnötig auf Busse angewiesen zu sein. Ein großer Vorteil war zudem, dass sich die Uni in der Stadtmitte mit einem angrenzenden Park befindet. Wir suchten das Auslandsbüro auf, meldeten uns an und informierten uns über die erforderlichen Schritte. Wir erfuhren zudem, dass unsere zuvor in Deutschland getroffene Kursbelegung nicht möglich gewesen war und mussten uns neue Kurse aus dem Studienverzeichnis suchen. Unsere endgültigen Kurse waren:


  • Engineering Planning – Projektmanagement (Planung und Projektieren eines Projekts mit gleichzeitiger Zeit- und Kostenkontrolle)
  • Power Electronics – Leistungselektronik (elektronische Bauelemente und Schaltungen, Motorsteuerung)
  • Electrical Power Engineering – Energieerzeugung und Verteilung (Erzeugungsarten, Generatoren, Verteilsysteme, verschiede Lastzustände)
  • Introduction to Culture and Society – Einführung in die Kultur und die Gesellschaft der Maori (Traditionen und Weltanschauung der Ureinwohner Neuseelands, heutige Lebensweise und Probleme)


Die Gebäude der Hochschule machten einen sehr modernen Eindruck mit viel Glas und Holz. Es gehört eine Menge an einzelnen Gebäuden zum Unikomplex, dessen Hauptgebäude sehr verschachtelt ist. Zwischen den verschiedenen Bauwerken gehören zwei Plätze zu dem Unigelände, auf denen sich genug Sitzplätze befinden, um die Pausen draußen verbringen zu können.

Zum Start an der neuen Hochschule wurden wir vom Dekan und zahlreichen Angestellten, die für die ausländischen Studenten zuständig waren, in der Stadthalle von Auckland begrüßt. Alle ausländischen Studenten, die ihr Studium an der AUT beginnen wollten, waren anwesend. Es gab mehr oder weniger wichtige Informationen, Adressen und Ratschläge für einen erfolgreichen Start in das kommende Semester. Nach dieser Veranstaltung wurden wir in kleine Gruppen, sortiert nach unserem Studiengang, aufgeteilt und mit unserem persönlichen Mentor bekannt gemacht. Unser Mentor, ein Student, der sich freiwillig dazu bereit erklärt hatte, den neuen Studenten bei anfänglichen Problemen zu helfen, stellte sich mit Stephen vor, hieß in Wahrheit jedoch Sheng XU. Er war Chinese, studierte im fünften Semester Elektrotechnik und teilte uns später mit, dass sein normaler Name für die meisten Menschen zu schwierig wäre und er sich somit kurzerhand in Stephen umbenannt hätte. Stephen war ein sehr ruhiger, netter und hilfsbereiter Mentor, der uns in die Geheimnisse von alltäglichen Vorgängen wie Bücherausleihen, Computerlogin und kostenlosem Drucken einweihte. Es folgten der anfänglichen Begrüßung noch einige andere Informationsveranstaltungen, bei denen wir schnell mehr internationale Studenten kennen lernten. Es stellte sich schnell heraus, dass es an der Aucklander Universität mehr deutsche Studenten unter den Internationalen gab als andere Nationalitäten. Am Anfang des neuen Semesters gab es eine Reihe von Aktionen der Universität, bei denen wir schnell neue Freunde kennen lernen konnten. Es gab freies Mittagessen, Konzerte und Partys, zu denen viele der internationalen Studenten kamen.

Der Start in die Vorlesungen an der neuen Hochschule verlief nicht in jedem Fach problemlos, da wir z.B. nicht auf Anhieb die Praktikumsliste zur Terminfestlegung oder die Räume mit den richtigen Professoren fanden. Eine etwas nervenaufreibende und zudem kuriose Geschichte erlebten wir zu Anfang, als wir drei uns pünktlich zu Kursbeginn vor dem von uns vermuteten richtigen Raum einfanden, jedoch niemand kam. Nach einiger Zeit sahen wir einen Mann durch den Haupeingang kommen, von dem wir annahmen, es könne derjenige Professor sein, auf den wir warteten. Er ging an uns vorbei Richtung Aufzug. Schlagartig dachten wir, wir stehen vor dem falschen Raum. Somit sind wir hinter ihm in den Aufzug gestürmt, um ihm in den Aufenthaltsraum zu folgen, wo er etwas verdutzt von unserer Anwesenheit sein Sushi verschlang. Nachdem er mit seiner schnellen Mahlzeit fertig war, ging er wieder Richtung Aufzug, stieg im Erdgeschoss aus und öffnete die Tür, vor der wir zuvor gewartet hatten. Und wie von Geisterhand sammelten sich jetzt dort andere Studenten, die mit uns seinen Kurs belegten. Wie sich später herausstellte, ging es in Neuseeland alles etwas gelassener zu und die anderen Studenten waren es gewohnt, dass der Professor wesentlich später kam und passten sich dem entsprechend an. Wir hatten also unseren ersten Eindruck bei diesem Professor hinterlassen.

Bei den anderen drei Fächern lief der Start wesentlich besser. Wir mussten uns jedoch sehr an die Fachsprache der jeweiligen Fächer gewöhnen. Somit war ein Wörterbuch stets hilfreich. Die Vorlesungen waren in jedem Fach sehr gut. Bis auf das Fach „Engineering Planning“ saßen wir mit bis zu 30 Leuten in kleinen Räumen. Auffällig war jedoch, dass die Vorlesungen sehr verschult waren. Es gab manchmal Hausaufgaben zu erledigen, neben den üblichen Assignments und Projekten, die teilweise einige Tage in Anspruch nahmen. Für uns neu waren auch so genannte „snap tests“. Das waren unangekündigte Tests, bei denen der Stoff der letzten zwei Wochen abgefragt wurde. Bei den Fächern „Power Electronics“ und „Electrical Power Engineering“ mussten insgesamt neben den Vorlesungen elf Praktika erledigt werden, bei denen wir technische Schaltungen aufbauen und Messungen durchführen mussten. Das lief nicht immer ganz problemlos, da wir uns alle benötigten Materialien zusammen suchen mussten. Zudem waren einige technische Geräte nicht immer voll funktionstüchtig, so dass häufig von uns oder unserem Professor improvisiert werden musste. Im Praktikum haben wir in Gruppen von drei Studenten an jedem Versuch gearbeitet, so dass wir unsere Messprotokolle gut aufteilen konnten. Die Messwerte mit Auswertung mussten wir anschließend in ein Protokollheft schreiben, das zum Ende mit in unsere Note eingeflossen ist. Gut gefallen hat mir auch die Vorlesung „Electrical Power Engineering“. Der Professor hat neben seinen üblichen Vorträgen zwischendurch kurze Videos über für uns interessante Themen wie Kraftwerke in Neuseeland gezeigt. Somit haben wir einen guten Überblick über die Elektrizitätserzeugung in Neuseeland erhalten. Später haben wir auf unseren Reisen viele angesprochenen Kraftwerke wieder erkannt und genauer besichtigt.


6. Leben in Auckland

Auckland ist eine mit einer Millionen Menschen sehr große Stadt und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Freizeit zu nutzen. Das Wahrzeichen Aucklands ist der 328 m hohe Skytower, in dem ein Kasino, Restaurants, Cafés, ein Hotel und ein Theater untergebracht sind. Die Hauptattraktion jedoch ist die Möglichkeit, sich an einem Seil den Turm hinunter zu stürzen, Skyjump genannt. Der Skytower ist weit über Auckland hinaus zu sehen und gleichzeitig eine gute Orientierung.

Auckland ist von Wasser umgeben, was eine ideale Gegebenheit für Wassersportfreunde ist. Im Hafen gibt es zudem viele Cafés und eine Menge Clubs und Diskotheken. Aus diesen Gründen war der Hafen zu jeder Tages- und Nachtzeit gut besucht. Die Harbour-Bridge verbindet die Innenstadt mit den nördlichen Vororten und war zu Stoßzeiten regelmäßig „verstopft“. Es gibt in Auckland eine Menge Parkanlagen, in denen wir uns gerne aufgehalten haben, mit teilweise sehr exotischen Pflanzen. Im zentralen Albert Park lässt es sich gut entspannen, während der Central Park gute Joggingmöglichkeiten bietet.

Es war auffällig, dass es sehr viele Chinesen und Japaner in der Innenstadt von Auckland gab, die dort arbeiteten und auch studierten. Die einheimischen Maori waren eher seltener zu treffen. Nur auf dem von der Uni organisierten Maorischen Wochenende konnten wir viele Maori kennen lernen, von denen wir Gebräuche, Lieder, Tänze und Künste kennen lernten.

An den Abenden gab es für uns eine Menge an Möglichkeiten. Die Zahl an Clubs und Bars war groß, und zudem trafen wir uns häufig im Studentenwohnheim, um gemeinsam Videos mit anschließenden Diskussionen zu sehen, was für uns ein ideales Sprachtraining war.

In Neuseeland ist im Gegensatz zu Europa nicht Fußball, sondern Rugby die populärste Sportart. Die Nationalmannschaft der Neuseeländer heißt „All Blacks“ und ist sehr beliebt bei der Bevölkerung. Die Begeisterung für diese Sportart ist sehr schnell auch auf uns übergesprungen, so dass wir häufig wichtige Spiele im Fernsehen in Kneipen oder zuhause verfolgt haben. Ein Highlight war jedoch, die „All Blacks“ gegen den Hauptrivalen Australien live in Auckland spielen zu sehen. Bei diesem Spiel haben wir auch das Anfangsritual, den „Haka“ gesehen. Der „Haka“ ist ein ausdrucksvoller Tanz mit lautem Gesang, der Stärke und Macht symbolisieren und den Gegner einschüchtern soll, und wird vor jedem Spiel vorgeführt.

Um etwas mobiler und flexibler zu sein, habe ich mir in Auckland ein gebrauchtes Fahrrad gekauft, mit dem ich die Umgebung schnell erkunden konnte. Ich habe an vielen Wochenenden ausgedehnte Radtouren unternommen und so manche schöne Seen und Strände entdeckt. Das Leben in Auckland war sehr laut und auf den Straßen ging es teilweise sehr hektisch zu. Für eine begrenzte Zeit war es sehr interessant und abwechslungsreich, aber auf Dauer wäre es sicher zu anstrengend, in einer so großen Stadt zu leben.


7. Reisen in Neuseeland

Ein großer Reiz war es für uns, Neuseeland zu entdecken. Wir hatten die Möglichkeit, nach unserem erfolgreich absolvierten Semester vier Wochen durch das Land zu reisen. Dazu mieteten wir einen Van, mit dem wir mit drei bis fünf Personen unterwegs waren. Die Reise begann mit einem Flug zur Südinsel in die Stadt Christchurch, wo wir den Van in Empfang nahmen. Wir haben uns Zelte gekauft, um nicht jede Nacht in Backpackern schlafen zu müssen und so etwas Geld zu sparen. Zudem haben wir uns mit zahlreichem Outdoor-Equipment wie Gaskocher, Campinggeschirr usw. ausgestattet.

Dann ging die Fahrt los.

Auf unserer Tour haben wir versucht, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglichst zu sehen. Dementsprechend haben wir uns selten länger als einen Tag an einem Ort aufgehalten. Unsere erste Station war Kaikorua an der westlichen Küste der Südinsel. Kaikorua ist dafür bekannt, dass man dort Seelöwen und Wale beobachten kann. Die Bootsfahrt inklusive Walbeobachtung war uns aber zu teuer. Somit machten wir eine kleine Wanderung an der Küste, bei der wir viele Tiere beobachten konnten.

Ein weiteres Highlight war eine dreitägige Wanderung durch den Abel Tasman Nationalpark an der südlichen Spitze der Südinsel. Die Wetterbedingungen waren perfekt. Sonnenschein und eine leichte Brise, die es uns mit dem schweren Gepäck (Zelt usw.) etwas erträglicher machte. Für diese Wanderung mussten wir im Vorfeld einiges planen, da die Schlafplätze begrenzt waren und das Wasser nicht ohne Abzukochen getrunken werden konnte. Zudem gab es keine Möglichkeit Proviant nachzukaufen. Der Aufwand wurde mit absolut menschenleeren Stränden wie aus dem Bilderbuch und mit abwechselungsreicher Vegetation belohnt.

Den Traum des Fallschirmfliegens erfüllte ich mir in Wanaka. Dort waren ideale Verhältnisse, um durch die Luft zu segeln. Nachdem ich mir den bunten Anzug übergezogen hatte, kam eine kurze Einweisung. Danach ging es in einem kleinen Flugzeug in die Lüfte, aus dem ich eine tolle Sicht über das Land hatte. Auf einer Höhe von ca. vier Kilometern sollte es dann los gehen, wobei sich bei mir dann doch noch Angstgefühle meldeten. Aber es gab kein Zurück mehr. Mein Fallschirmpartner gab uns einen Ruck und schon rauschten wir mit ca. 200 km/h der Erde entgegen. Es war Wahnsinn. Nach ca. 45 Sekunden endete der freie Fall mit einem Ruck, und der Fallschirm öffnete sich. Danach segelten wir zwei zurück zur Erde. Im Segelflug konnte ich die Umgebung mit ihren Seen und Bergen völlig entspannt genießen. Nach einer etwas ruppigen Landung war ich wieder mit einem Grinsen im Gesicht wohlbehalten am Boden der Tatsachen angekommen. Eine tolle Erfahrung.

Die Rundreise führte uns weiter in die „Hauptstadt“ der möglichen Aktivitäten, Queenstown. Queenstown liegt an einem sehr großen See, dem Lake Wakatipu. Queenstown hat uns sehr gefallen, da man gemütlich am Ufer sitzen, eine Menge sportliche Aktivitäten nutzen oder in der Innenstadt ausgiebig bummeln kann.

Der Milford Sound war nicht weniger interessant. Der Milford Sound besteht aus einem der höchsten Gebirge, das direkt aus dem Meer ragt und uns einen fantastischen Ausblick darbot. Wir sahen die längsten Wasserfälle Neuseelands, faul rum liegende Seeroben und eine atemberaubende Unterwasserwelt in einer unter der Wasseroberfläche liegenden Beobachtungsplattform.

Wir konnten die Reise leider nicht endlos weiter führen, so dass wir nach ca. drei Wochen Richtung Auckland zurück fahren mussten. Um von der Südinsel auf die Nordinsel zu gelangen, nahmen wir diesmal die Fähre. Es war eine tolle Fahrt durch Malborourgh Sound, bei der uns eine Gruppe Delphine entgegen kam.
In Auckland gaben wir unseren Van zurück und flogen zurück nach Deutschland.


8. Fazit

Das Auslandssemester in Neuseeland war in vielen Bereichen ein voller Erfolg. Ich konnte meine Englischkenntnisse erheblich verbessern und habe zudem viele technische Aspekte gelernt. Das betriebswirtschaftliche Fach hat mir gute Einblicke in das Projektmanagement gegeben, und der Umgang mit MS Visio und MS Project ist mir nun vertraut. Selbst der Kurs über die Kultur der Maori war sehr informativ. Das Auslandssemester gab mir die Möglichkeit, einmal etwas komplett anderes zu machen und nebenbei viele neue Freunde kennen zu lernen und die Vielfalt und Schönheit Neuseelands erfahren zu können. Das Reisen war in vielen Bereichen sehr interessant, da wir zeitweise von jeglichen Einkaufsmöglichkeiten oder Tankstellen weit entfernt waren. Somit war eine gute Planung und Organisation von essentiellen Bedürfnissen, wie Schlafen und Essen wichtig. Insgesamt habe ich in dieser kurzen Zeit sehr viele Erfahrungen gemacht, die ich nicht mehr vergessen werde.



Seitenanfang - Auslandsstudium in Neuseeland - Auckland University of Technology

Erfahrungsbericht - Mathias Lesche



Meine ersten Schritte zum Auslandssemester
Ich dachte zum ersten Mal daran ein Semester im Ausland zu verbringen, als sich ein paar meiner Kommilitonen nach dem bestandenen Vordiplom Mitte 2003 ins Ausland auf machten. Es dauerte aber ein weiteres Jahr bis ich aufhörte nur darüber nachzudenken und anfing mich aktiv zu engagieren. Einen kleinen Schupser in die richtige Richtung gab mir auch meine Freundin, die uns Karten für die Expo Lingua 2004 in Berlin besorgte. Während der Expo Lingua hatte ich die Möglichkeit mich mit den Vertretern der neuseeländischen Universitäten zu unterhalten und mich über das Studium in Neuseeland zu informieren. Am Ende des Tages stand für mich fest, dass ich auf alle Fälle nach Neuseeland möchte. Leider brauchte ich dann noch einmal 20 Monate, die ein paar Rückschläge enthielten, bis es soweit war. Am Ende war das gar nicht mal so schlecht, da ich mich dadurch in die Postgraduate Kurse einschreiben konnte. Für die Postgraduate Kurse bezahlt man nur die normalen Studiengebühren und nicht die internationalen. Das ist ein sehr überzeugendes Argument. Anstatt von rund 7500 neuseeländischen Dollar habe ich etwa 2500 Dollar für ein Semester bezahlt. Die 2500 Dollar decken dabei die Einschreibegebühren, Studiengebühren und die Gebühren für die vorgeschriebene Krankenversicherung.

Der Papierkram
Das RankeHeinemann Institut ist eine sehr große Hilfe bei den Bewerbungen. Eigentlich braucht man nur die notwendigen Unterlagen ausfüllen und beim Institut einreichen. Den „Rest“ erledigen die Mitarbeiter vom Institut. Ich habe durch meine Bewerbung mitbekommen wie viel Arbeit dahinter steckt und bin wirklich dankbar, dass mir all das abgenommen wurde.
Eine Voraussetzung für das Studium in Neuseeland ist ein bestandener Sprachtest. Ich habe mich für den IELTS Test entschieden, da mir dieser mehr zusagte als der TOEFL Test. Des weiteren konnte ich den IELTS Test in Leipzig machen und musste nicht extra in eine andere Stadt fahren.
Wie vor jedem Test machte ich mir zu viele Gedanken über den Test und war ziemlich nervös. Doch der Test verlief sehr angenehm. Die Prüfer waren sehr nett und dadurch war die Aufregung schnell verflogen. Der bestandene Test war der letzte Teil, der mir zur Bewerbung gefehlt hatte.
Jetzt fehlte nur noch das Flugticket und das Visum.
Ich konnte das Visa nicht mehr in Deutschland beantragen, da dafür die Zeit zu knapp war. Dadurch geriet ich ein wenig in Panik, aber die Mitarbeiter der AUT haben mir per email mitgeteilt, dass ich mir keine Gedanken machen muss und das Visum auch in Neuseeland beantragen kann. Hierbei ist aber zu beachten, dass das „Financial Undertaking for a Student“ Formular benötigt wird, da man einen Nachweis über genügend Barvermögen oder eine Bürgschaft von einer anderen Person braucht. Jetzt fehlte nur noch das Flugticket und das war auch schnell gebucht.

Die Reise nach Neuseeland
Am 6. Juli war es endlich so weit. In der Nacht konnte ich natürlich nicht besonders gut schlafen und war deshalb schon sehr zeitig auf den Beinen. Die Zeit nutzte ich, um nochmal alle Sachen zu überprüfen. Knapp 9 Monate im Ausland und dafür nur 20 Kilogramm Gepäck. Das stellte mich vor eine Herausforderung. Am Ende hatte ich einen guten Kompromiss gefunden. Falls doch etwas fehlt, dann wird das eben in Neuseeland gekauft. Wirklich wichtig waren aber alle Unterlagen, Ausweise, Kreditkarten usw. Davon darf wirklich nichts fehlen.
Vom Leipzig ging es mit dem ICE nach Frankfurt und dann mit einer Boeing 747 nach Bangkok. In Bangkok hatte ich einen achtstündigen Zwischenstopp bevor es weiter nach Auckland ging.
Bevor man durch die Flughafenkontrollen geht, sollten man sich noch einmal vergewissern, dass man keine verderblichen Lebensmittel mehr hat, bzw. alles auf dem Einreiseformular markiert ist. Die Vorschriften diesbezüglich sind sehr streng und falls man sie nicht befolgt kann man mit einer Geldstrafe rechnen.

Angekommen in Auckland
Auckland überraschte mich. Ich wusste, dass es auf Vulkanen aufgebaut worden war, aber das viele hoch und runter hat mich doch überrascht. Schnell waren meine Gedanken verschwunden mir hier ein Fahrrad zu kaufen. Auch erwartete ich viel mehr Leute in den Straßen, doch selbst in der Innenstadt ist nicht sehr viel los. Nur am Nachmittag sieht man die ganzen Leute aus den Hochhäuser strömen in Richtung zu Hause. Der allabendliche zähflüssige Verkehr bis hin zum Stau ist da vorprogrammiert. Überhaupt ist die Innenstadt von Auckland kleiner als erwartet. Innerhalb von 30 Minuten kann man die gesamte Queen Street entlang laufen und passiert damit die ganze Innenstadt.
Die ersten 3 Wochen habe ich im Hostel verbracht. Ich bin damit den umständlichen Weg gegangen, da ich nicht im Studentenwohnheim wohnen wollte. Dafür machte ich mich auf WG Suche. Hierbei muss man abschätzen ob man weiter weg von der Uni wohnen möchte. Das ist zwar billiger, aber man muss sich dann ein Monatsticket für den Bus kaufen. Ich wollte aber lieber in der Innenstadt wohnen. Die WG Suche nahm einige Zeit in Anspruch, doch Ende Juli zog ich mit einem Kommilitonen in ein 2 Bett Apartment. Ich bezahle 135 Dollar pro Woche inklusive Wasser. Das ist ist für Auckland nicht so teuer und billiger als im Studentenwohnheim ist es auch. Dazu kommen noch ungefähr 30 Dollar pro Person im Monat für Strom und Internet.

Die Universität
Was mir besonders gut gefallen war die Freundlichkeit der vielen AUT Mitarbeiter. Sie hatten immer für einen Zeit und haben dir versucht so gut wie möglich zu helfen. Wenn es einmal nicht geklappt hat, dann haben sie nach anderen Leute gesucht, die dir helfen können. Des Weiteren gibt es auch sehr viele Angebote zur Unterstützung des Studiums. In speziellen Kursen erhält man Information wie man am besten ein Essay oder größere Assignments schreibst oder Kurse, die dir beim Gedächtnistraining helfen. Ebenfalls kann man auch Hilfe beim Essay schreiben in Anspruch nehmen. Dabei wird gezielt nach deinen Schwachstellen, wie zum Beispiel Grammatik, Wortwahl, gesucht und Hilfestellung gegeben was man besser machen kann.

Natürlich wurde einem nicht nur beim Studium geholfen, sondern es wurden auch viele Sachen organisiert, um die anderen internationalen Studenten kennen zu lernen. Besonders hervorzuheben ist hier das Noho Marae Wochenende. Dabei wurde uns die Maori Kultur vorgestellt und wir konnten auch an dieser teilhaben. Das wohl beste daran war das Lernen des Haka. Danach schmerzen zwar die Oberschenkel und sind ziemlich rot, aber Spaß hat es allemal gemacht. Weitere Ereignisse waren der Auckland Bridge Bungee Jump Tag oder andere Ausflüge wie zum Beispiel zum Zoo.
Auf dem Campus selbst gibt es ebenfalls ein paar Möglichkeiten Spaß zu haben. Da wäre zu einem die Campus eigene Bar, in der die ersten Studenten schon gegen Mittag das erste jug Bier schlürfen. Wenn man etwas sportlicher sein möchte kann man jeden Tag in das Fitnesscenter gehen oder einen der Sportclubs beitreten. Da ich gern klettere habe ich öfters die Kletterwand im Fitnesscenter der Auckland University aufgesucht.

Das Studium
Vom 10. Juli bis zum 16. Juli fand die Orientation Week statt. Während dieser Woche wurde uns die Universität gezeigt, es gab einen Einblick in den Studiengang und die letzten organisatorischen Sachen konnten geklärt werden. Natürlich gab es dafür auch noch danach Zeit. Doch es war schon besser wenn man es so schnell wie möglich getan hat.
Am 17. Juli begann das Semester. Ich hatte meine erste Veranstaltung erst eine Woche später und hatte deswegen Zeit mir andere Kurse noch anzuschauen. Das ist ziemlich wichtig, da man innerhalb der ersten zwei Wochen seine Kurse noch wechseln kann. Danach besteht keine Möglichkeit mehr. Dieses System war neu vor mich. In Deutschland besucht man mehr oder weniger die Vorlesungen und macht am Ende eine Prüfung. Hier wird man während des gesamten Semester geprüft. Für mich bedeutete dies fast jede zweite Woche ein Essay oder ein Assignment abzugeben. Das gilt für ein 15 Punkte Paper. Insgesamt muss man aber 60 Punkte belegen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Arbeitsaufwand, den man gut durchplanen muss. Diese Planung hat mal geklappt und manchmal auch nicht. Zum Glück gab es aber Mitte September das zweiwöchige Mid Semester Break, dass die meisten ausländischen Studenten zum Erkunden von Neuseeland, Australien oder eine der vielen Pazifikinseln (z. B. Samoa, Tonga, Fidschi) genutzt haben. Normalerweise soll man sich während des Mid Semester Breaks weiter mit dem Studium beschäftigen, aber daran hält sich kein Student. Danach sind es nur noch 6 Wochen Uni, die für mich am 2. November zu Ende gehen. Das Semester endet hier mit einer zweiwöchigen Prüfungszeit. Danach ist das Semester beendet und man muss keine Prüfungen während der Semesterferien schreiben. Da ich aber im Postgraduate Programm bin brauche ich keine Prüfungen am Ende des Semester schreiben. Ein sehr schöner Bonus.

Die verschiedenen Gesichter von Auckland
Trotz der vielen Assignments blieb genügend Zeit sich Auckland und die Umgebung anzuschauen. Auckland ist eine sehr interessante Stadt, die für mich aber mindestens zwei Seiten hat. Es gibt zahlreiche Museen, viele Parks und auch sehr schöne Stadtteile, wie Devenport, zu entdecken. Das beste Transportmittel, um nach Devonport zu gelangen, ist die Fähre. Wenn man einmal genug von Auckland hat, kann man einfach eine andere Fähre nehmen und damit nach Rangitoto Island oder Waiheke Island fahren. Innerhalb von einer halben Stunde hat man die Stadt hinter sich gelassen und ist in der Natur. Das ist die schöne Seite von Auckland.
Auf der anderen Seite sieht man hier aber auch ein paar traurige Sachen, wie die vielen Obdachlosen. Auf meinem Weg zum Apartment sehe ich immer wieder die gleiche Frau wie sie in einer Bushaltestelle übernachtet. Ein anderes Beispiel ist ein älterer Mann, der fast jeden Tag die Parkautomaten abläuft und nach Münzen sucht. Positiv ist aber, dass viele Leute den Obdachlosen Geld geben. Einige nehmen sich sogar die Zeit und reden mit ihnen, was ich in Deutschland noch nicht erlebt habe.
Auch der Verkehr und die damit verbundenen Abgase sind ziemlich schlimm besonders während der Feierabendszeit. In einer Zeitung stand, dass letztes Jahr ca. 300 Leute allein an einer Abgasvergiftung starben und man sich als Asthmatiker während der Rush Hour nicht in der Nähe der Hauptstraße aufhalten soll. Gegen das hohe Verkehrsaufkommen muss wirklich etwas getan werden.

Mid Semester Break
Das Mid Semester Break habe ich genutzt, um mit Freunden die Nordinsel zu erkunden. Das macht man am besten indem man sich ein Auto mietet. Im Gegensatz zu Deutschland ist ein Mietwagen hier viel günstiger. Wichtig hierbei ist die Vollkaskoversicherung mit abzuschließen. Das kostet nur 10 Dollar mehr pro Tag, spart einem aber viel Geld falls man einen Unfall hat. Nachdem man hier ein paar Autos gesehen hat, kann man sich sehr gut vorstellen wie leicht ein Schaden am Auto entstehen kann.
Viele Leute haben mir gesagt, das Neuseeland erst nach Auckland anfängt und sie haben Recht. Man fährt in eine komplett andere Welt. Alles wird ruhiger und vor allem gibt es von allem weniger. Die Anzahl an Autos nimmt, Städte werden kleiner und fühlen sich eher wie Dörfer an oder man sieht einfach nur einzelne Farmgebäude. Manchmal kann man sich da schon sehr verlassen vorkommen.
Ich habe während dieser zwei Wochen viele schöne Landschaften gesehen, die einem erst so richtig bewusst machen, dass man sich wirklich am anderen Ende der Welt befindet. Wir fuhren durch Wälder in denen Palmen stehen oder mussten am Hot Water Beach aufpassen, dass wir uns nicht die Füße verbrannten. Manchmal war einfach auch nur schön sich an den Strand zu setzen und die Seele baumeln lassen. Eines der schönsten Erlebnisse für mich war in Taupo. Ich lag abends in einer heißen Quelle, die in den Waikato River mündet. Um mich herum war Dampf und wenn es zu warm wurde, bin ich einfach näher zum Waikato River gegangen. Das war herrlich entspannend. Nebenbei habe ich den wunderschönen Ausblick genossen. Wahrscheinlich werde ich noch viel schönere Sachen auf der Südinsel entdecken, doch trotzdem werden all diese Erlebnisse in meiner Erinnerung bleiben.

Ein kleines Fazit
Am 2. November wird für mich das Erlebnis Universität zu Ende gehen. Ich habe ein anderes Lernsystem kennen gelernt, das den Studenten mehr dazu bewegt im Semester etwas zu machen. Manchmal hat man sich darüber beschwert doch am Ende muss ich sagen, dass es mir gefallen hat. Ebenfalls hat mir gefallen, dass man Zugang zu unzähligen wissenschaftlichen Datenbanken hat und in diesen stundenlang Zeit verbringen. Das Verhältnis Student Dozent ist ebenfalls anders als zu Haus. Innerhalb kürzester Zeit wissen deine Dozenten deinen Namen und natürlich wird hier jeder mit Vornamen angesprochen. Daheim wäre das für mich unvorstellbar gewesen. Des Weiteren haben sie fast immer für einen Zeit und versuchen dir bei deinen Problem und Fragen zu helfen.
Mitte November werde ich in Hamilton zum ersten Mal live bei einer Rallye dabei sein. Damit geht einer meiner ganz großen Wünsche in Erfüllung. Wer hätte das gedacht und dann auch noch in Neuseeland. Das ist eine wunderbare Kombination. Danach geht es weiter mit Reisen, denn es gibt hier noch so viel zu entdecken.
Die wohlbeste Empfehlung für einen Aufenthalt in Neuseeland war für mich: „Seh alles viel relaxter und erwarte nicht das was du in Deutschland gewohnt bist.“ Wenn man das berücksichtigt kann eigentlich gar nichts schief gehen. Dann stören einen solche Kleinigkeiten wie zu spät kommende Busse einfach nicht.
All die schönen Sachen, die man hier in Neuseeland erlebt, lassen einen Deutschland ziemlich schnell vergessen. Nur eins vermisst hier jeder Deutsche oder wird es vermissen: richtig leckeres Brot von daheim.


Seitenanfang - Auslandsstudium in Neuseeland - Auckland University of Technology


Bookmark with:                

 
Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Fakten

Anzahl Studierende:
25000

Anzahl ausländische Studierende:
4000

Stadt:
Auckland

Website:
Auckland University of Technology

Ranke-Heinemann Magazin

Ausgabe 1 - Projektbericht eines Alumni

Ausgabe 2 - Weihnachten und Neujahr Down Under + Westaustralien

Ausgabe 3 - Fördermöglichkeiten + Stipendium

Ausgabe 4 - Indigenous Sport und Spiele + Heimweh

Ausgabe 5 - Kulturschock + City2Surf Funrun

Ausgabe 6 - Wohnungssuche + Northern Territory Reisebericht

Ausgabe 7 - Canberra in Australien + Umgekehrter Kulturschock

Ausgabe 8 - Flug nach Down Under + Ausgefallene Studiengänge

Ausgabe 9 - Feiertage + Tipps zum Studienalltag

Ausgabe 10 - Australien forscht + Nebenjobs Down Under

Alumni Club

Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.


Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Für die Richtigkeit der Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden!
Impressum / Disclaimer | Kontakt

Neuseeländische Bildungseinrichtungen / Universitäten:
Auckland University of Technology | University of Auckland | Unitec | Lincoln University | University of Canterbury | University of Otago | University of Waikato | Nelson Marlborough Institute of Technology | Massey University | Victoria University of Wellington |

IRH Network: Auslandsstudium in Australien (DE) | Auslandsstudium in Neuseeland (DE) | Auslandsstudium in Australien (AT) | Auslandsstudium in Neuseeland (AT) | Forschungsergebnisse aus Australien | Forschungsergebnisse aus Neuseeland | Australian Academic Alumni Association - 4A Club |
Blog Studieren in Australien und Neuseeland